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Kunstwettbewerb

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Die Pegnitz: Heubrücke bis Liebesinsel (ca. 400 m)

Auch in diesem Jahr wird die Pegnitz zwischen Heubrücke und Liebesinsel in den Focus des Blaue-Nacht-Kunstwettbewerbs gerückt. Im Folgenden werden der Verlauf des Flusses und die ihn überspannenden Brücken beschrieben.

Die Pegnitz fließt in Ost-West-Richtung und teilt die Altstadt von Nürnberg in die Sebalder Altstadt (Norden) und die Lorenzer Altstadt (Süden). Sie durchfließt das Stadtgebiet auf einer Länge von ca. 14 km. Ihr Name leitet sich von dem vorkeltischen Wort "paginza" ab, was so viel bedeutet wie schlammiger, sandiger Fluss. Sie war nie schiffbar, aber schon immer fischreich. Bis in die 1960er Jahre gab es am Gewässer sogar gewerblichen Fischfang. Die Pegnitz musste in den vergangenen Jahrhunderten viel ertragen und hat der Stadt auch stark zugesetzt. Diese Zeiten sind vorbei. Die Gefahr durch Hochwasser wurde durch Baumaßnahen nach dem Zweiten Weltkrieg minimiert. 

Von Osten nach Westen folgt auf die Heubrücke die Museumsbrücke. Danach kommt die Fleischbrücke. Über einen kleinen Steg – den Schleifersteg – gelangt man aus der nördlichen Altstadt zum Trödelmarkt, dessen östliche Spitze "Liebesinsel" genannt wird. Hier befindet sich ein kleines Stück Wiese mit einer niedrigen Steinumfassung zum Wasser hin.

Die Heubrücke

Die Heubrücke (nahe dem Schuldturm) überbrückt den südlichen Pegnitzarm und verbindet die Vordere Insel Schütt mit der Lorenzer Stadtseite. Sie war ursprünglich eine Holzbrücke hinter dem Wehrgang der vorletzten Stadtmauer von 1320/25. Wegen des benachbarten Männerschuldturms hieß sie auch "Schuldbrücke". Sie wurde 1485 durch einen Steinbau ersetzt und im 19. Jh. verbreitert. Den Namen „Heubrücke“ erhielt der Flussübergang 1488, nachdem man den städtischen Heumarkt vom heutigen Theresienplatz auf die Insel Schütt verlegte, wo sich seit dem gleichen Jahr auch die Heuwaage befand. Heute sind Fahrbahnbelag sowie Geländer von moderner Bauweise, darunter haben sich aber die zwei Bögen des Ursprungsbaus erhalten.
 
Nahe der Brücke befindet sich die einzige innerstädtische Löschwasserzufahrt zur Pegnitz, der auch für Aktionen auf der Pegnitz einen guten Zugang bietet. Achtung: Autoverkehr.

Die Museumsbrücke

Die Museumsbrücke ist 55 m lang und 19,8 m breit. Sie ruht auf drei Kreisbogensegmenten. Seit 1954 besteht ihre Konstruktion aus Stahlbeton. Nur die Sichtflächen zeigen Sandstein.

Höchstwahrscheinlich war hier der Ort der ältesten Nürnberger Brücke. Die Brücke hieß nach dem benachbarten Franziskanerkloster auch "Barfüßerbrücke". 1474 ersetzte man die ursprüngliche Holz- durch eine zweibogige Steinbrücke. Diese fiel dem Hochwasser von 1595 zum Opfer. Erst 1700 wurde das daraufhin errichtete Holzprovisorium durch eine Steinbrücke ersetzt.

Die Aufbauten in den kanzelartigen Auskragungen tragen im Osten die Inschriften zur Verherrlichung von Kaiser Leopold I. und König Joseph I., im Westen Hinweise zur Geschichte der Brücke. Der Name "Königs- und Josephsbrücke" setzte sich aber nicht durch. Stattdessen benannte man sie schließlich nach dem Haus der "Gesellschaft Museum" (eine Geselligkeits- und Lesegesellschaft), das 1809 auf dem ehemaligen Klostergelände entstand.

Die kriegsbeschädigte Museumsbrücke wurde 1954 abgebrochen und wesentlich breiter im Erscheinungsbild von 1700 neu errichtet. Die neue Brücke erhielt im Süden einen dritten Bogen. Er bildet den Einlass eines Hochwasserstollens zum „Schwabenwehr“.

Die Museumsbrücke ist die Brücke mit dem größten Fußgängerverkehr. Auf dem Weg vom Hauptbahnhof, an der Lorenzkirche vorbei zum Hauptmarkt bildet sie den Übergang von der Lorenzer zur Sebalder Stadtseite. Sie ist auch in der Blauen Nacht einer der höchst frequentierten Orte. Kein Autoverkehr.

Die Fleischbrücke

Mit einem Natursteinbogen von 27 m Weite und mit einer Pfeilhöhe von 4,2 Metern überspannt die Fleischbrücke die Pegnitz an ihrer engsten Stelle. Sie ist 61 m lang und 15,3 m breit. Sie verbindet eine der Nürnberger Fußgängerzonen – die Kaiserstraße – mit dem Hauptmarkt. Ihren Namen erhielt sie vom ehemals benachbarten Fleischhaus. Der größte Teil des innerstädtischen aber auch des Transitverkehrs führte über sie. Nachdem im 15. Jhdt. der hölzerne Vorgänger durch Feuer oder Hochwasser zerstört worden war, errichtete man 1487 eine erste zweibogige Steinbrücke. Diese fiel 1595 dem Frühjahreshochwasser zum Opfer.

Der Nürnberger Rat beschloss einen Neubau nach dem Vorbild der 1588-91 über den Canale Grande von Venedig errichteten Ponte di Rialto. Die einbogige Brücke steht auf einem Fundament von mehr als 2000 Holzpfählen. Sie war der technisch bedeutsamste Brückenbau der Spätrenaissance in Europa und so stabil gebaut, dass sie sogar den Bomben des Zweiten Weltkriegs trotzte.

Im Zuge des Ausbaus der Pegnitz war ursprünglich der Abbruch des Baudenkmals geplant. Durch den Bau des Hochwasserstollens konnte die historische Fleischbrücke erhalten bleiben.

1599 wurde nördlich ein seitliches Portal mit Ochsen errichtet ( Inschrift: „Omnia habent ortus suaque in crementa sed ecce quem cernis nunquam bos fuit hic Vitulus“ – „Alle Dinge haben einen Anfang und ein Wachstum, aber siehe: Niemals ist der Ochse, den du hier siehst, ein Kalb gewesen“. In der Brückenmitte befindet sich zu beiden Seiten jeweils eine kanzelförmige Ausbuchtung.

Bodenbelag: Pflastersteine. Kein Autoverkehr.
Die Stromversorgung entlang der Pegnitz ist mit Schuko-Anschluss/10 A möglich.

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Alle Fotos: Pirko Julia Schröder